Customer Experience Management (CEM) - Den Kunden zum Staunen bringen

Gunnar Klauberg

Die Diskussion um Servicewüsten hat bereits vor Jahren begonnen – und dauert zu Recht an. Denn unverändert begegnen einem zufriedene oder gar begeisterte Kunden eher selten. Bleibt also die Frage, wie man attraktive Angebote für ein anspruchsvolles Klientel konzipiert, das mit dem Internet über vielfältige Vergleichsmöglichkeiten in aller Welt verfügt?

Kunden zu gewinnen und dann auch langfristig zu halten, ist für Unternehmen in den vergangenen Jahren zunehmend komplexer geworden. Das hat mehrere Gründe: Zum einen verlieren Unternehmen in gewisser Weise die alleinige Informationshoheit über ihre Produkte und Services, da sich die Konsumenten vor dem Kauf eines Produkts immer häufiger auch über soziale Netze und Bewertungsportale informieren. Zum anderen wollen Kunden das Unternehmen über das Gerät ihrer Wahl, den Kanal ihrer Wahl und zum Zeitpunkt ihrer Wahl erreichen können und erwarten in kurzer Zeit eine Reaktion – auch und gerade, wenn sie nach dem Kauf ein Problem haben und kompetente Hilfe benötigen.

Um auch künftig im Wettbewerb erfolgreich agieren zu können, müssen Unternehmen ihre Kunden also mit dem Management konsistenter Inhalte sowie einer einheitlichen Marken-philosophie über sämtliche Kommunikationskanäle hinweg überzeugen. Dabei gilt es, ihnen durch eine individuelle Ansprache ein positives Erlebnis zu verschaffen. Mit dem relativ neuen Ansatz des Customer Experience Management (CEM) können Firmen diese Herausforderungen bewältigen und sind in der Lage, dem Kunden maßgeschneiderte, personalisierte und der jeweiligen Situation angepasste Inhalte zur Verfügung zu stellen. Dabei sollte das eigene Unternehmen konsequent aus der Perspektive des Kunden betrachtet werden. Dafür ist es im ersten Schritt notwendig, die Kunden mit ihren individuellen Bedürfnissen, ihren Kommunikationsvorlieben und Erwartungen so genau wie möglich kennen zu lernen. Denn positiv überzeugen kann nur, wer Erwartungen übertrifft. Anbieter, die diesen Perspektivwechsel stringent vollziehen, können Kundenerlebnisse systematisch analysieren und so die Wahrnehmung des eigenen Angebots besser verstehen.

Positive Erlebnisse auf allen Kanälen schaffen

Erfolgreiches CEM muss in Richtung des Senders und des Empfängers offen sein und an allen Berührungspunkten für nachhaltig gute Erlebnisse sorgen – egal, ob über Smartphone-Apps, AIR-Applikationen auf dem Desktop oder Spielarten des Social Web. Das funktioniert nur mit einer klar formulierten Cross-Channel-Strategie. Mit einem konsistent umgesetzten CEM-Ansatz bedienen Anbieter ihre Kunden online genauso wie in der Filiale vor Ort. Außerdem haben Support-Mitarbeiter mit leistungsfähigen CEM-Lösungen endlich auf Anhieb die vollständige Historie des Kunden im Blick. Entscheidend ist die Erkenntnis, dass alle Kundeninteraktionen, jeder Kontakt, jedes Erlebnis – online oder real – das Markenbild prägen.

Adobe CEM

Der Mobilfunkanbieter verschickt eine dynamische, digitale Rechnung, in der Kunden einzelne Positionen umsortieren, filtern und grafisch darstellen können. Im Call Center arbeitet der Telekommunikationsriese mit einem "Unified Workspace", der Informationen aus unterschiedlichen Quellen und Datenbanken in einer einheitlichen Oberfläche zusammenführt. Auch der Sparkassen Finanz-Check des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbands (RSGV) hinterlässt staunende Kunden. Das Online-Beratungsinstrument basiert auf einer interaktiven Rich Internet Application (RIA), dient Bankkunden als effiziente Informationsplattform im Web mit intelligenten Online-PDF-Formularen und ist eng mit den Backend-Systemen verzahnt. Unter dem Strich senken Unternehmen mit der einheitlichen Kommunikation über alle Kontaktkanäle die Prozesskosten, schaffen ein klares Markenbild und erzielen wertvolle Wettbewerbsvorteile.

Anwenderfreundliche Interaktionen ermöglichen

Ist das Kundenbedürfnis erst einmal evaluiert und der emotionale Mehrwert für den digitalen Konsumenten definiert, stehen alle technologischen Möglichkeiten offen, um den Unternehmen bessere Informationen und umfassendere Daten und somit kundenorientierte Interaktionen zu ermöglichen. Die Basis hierfür sind integrierte Lösungen, die von der Daten- und Prozessintegration über bedienerfreundliche Benutzeroberflächen bis hin zu interaktiven Webinhalten alles aus einer Hand anbieten.

Aber nicht nur für Unternehmen ergeben sich vielfältige finanzielle und zeitliche Vorteile durch abgestimmte Prozesse über alle verfügbaren Kanäle. Auch Mitarbeiter und Kunden ersparen sich so die mehrfache Eingabe der gleichen Daten. Rich Internet Anwendungen sorgen dabei für überzeugende und kostengünstige Self-Service-Erlebnisse beim Kunden, während intelligente, elektronische PDF-Formulare Eingabefehler automatisch vermeiden und den Mitarbeitern zeitraubende Rückfragen ersparen. Über Werkzeuge für die Zusammenarbeit in Echtzeit und On-Demand-Schulungen erhalten Kundenberater und Service-Mitarbeiter außerdem Zugriff auf aktuelle Kunden- und Produktdaten. Somit profitieren alle Zielgruppen von einem besseren Service und nehmen das Unternehmen oder die Marke insgesamt positiver wahr.

Strategisches Thema: Innovative IT sorgt für rundum angenehme Kundenerfahrungen

Adobe

Zwar sind die technischen Möglichkeiten bereits vorhanden, die tatsächliche Implementierung von CEM-Lösungen verläuft jedoch noch schleppend. So zeigt die aktuelle IT-Studie von Capgemini Deutschland "IT-Trends 2011", dass der Bedarf an innovativen Systemen in allen Branchen nach wie vor groß ist. Gemäß der Studie geht es heute darum, neue Lösungen zu entwickeln, um Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen zu verbessern. Das sei für viele CIOs zwar keine unbekannte, aber eine ungewohnte Herausforderung, denn in den letzten Jahren hätten sich viele hauptsächlich um Kostensenkungen und die Erhöhung der Effizienz von IT-Services gekümmert. Jetzt sollten sie die Technologien nutzen, um neue Umsatzquellen zu erschließen. Ziel ist es der Studie zufolge, dass die IT gemeinsam mit der Fachabteilung Services und Produkte für den Endkunden entwickelt. Darüber hinaus steht in diesem Zusammenhang laut Capgemini auch Web 2.0 auf der Agenda, nachdem CIOs das Thema in den letzten Jahren mehr oder weniger ignoriert haben. Jetzt solle das Nutzungserlebnis auf Portalen und Web-Applikationen verbessert werden, um den Außenauftritt und den Kundenservice zu optimieren. Darüber hinaus – so die Studie – werden mit Hochdruck Applikationen für mobile Geräte entwickelt.

Diese Aspekte kommen auch beim CEM maßgeblich zum tragen. Künftig werden nicht primär der Preis oder das Produkt ausschlaggebend für die Kundenzufriedenheit sein. Vielmehr erwarten die Kunden bessere Serviceleistungen und machen einen Großteil ihrer Haltung von der Kommunikation und dem Kontakt mit dem Unternehmen abhängig. Die entsprechenden IT-Lösungen sorgen hierbei dafür, dass die vorhandenen Informationen dem zuständigen Mitarbeiter in der richtigen Situation für die persönliche Interaktion mit dem Kunden vorliegen. Nur so gelingt es, der jeweiligen Zielgruppe – vom Digital Native bis zum Silver Surfer – die passende Botschaft über unterschiedlichste Kanäle und Geräte zu vermitteln.

Gestaltungselement

Kostenlos anmelden

Gestaltungselement
Gestaltungselement
Gestaltungselement

In dieser Ausgabe

Best for IT - 3/2011

Vom Hype zum Trend zur zukunftsfähigen IT: Cloud Computing

In nicht allzu ferner Zukunft: Bring-Your-Own-Device

Customer Experience Management - Den Kunden zum Staunen bringen

IT-Outsourcing – Das Ziel fest im Auge

Nichts ist konstanter als die Veränderung – Application Lifecycle Services

Die Trends 2012 – Ihre Einschätzung ist gefragt

Gestaltungselement
Gestaltungselement
Gestaltungselement
Gestaltungselement

Suchen

Gestaltungselement
Gestaltungselement
Gestaltungselement
Newsletter abbestellen · Nutzungsbedingungen · Datenschutz · Impressum · © Capgemini 2013
Collaborative Business Experience TM