Integrierte Planung: Dieselben Herausforderungen – neue Lösungen? Teil 1

Mit der aktuellen Ausgabe des SCM Newsletters möchten wir eine Artikelserie zum Thema IBP – Integrated Business Planning starten. In dieser werden wir aufzeigen, was unter IBP zu verstehen ist, warum das Thema, obwohl seit Jahren von uns zusammen mit Kunden unterschiedlicher Branchen realisiert, nach wie vor aktuell ist und welche Chancen sich daraus ergeben, aber auch vor welchen Herausforderungen unsere Kunden standen bzw. stehen.

Bereits auf der Jahrestagung der GOR im Jahr 2016, hat Capgemini Consulting einen Impulsvortrag zum Thema „Real-Time Planning“ gehalten. Darin haben wir die Vision gezeichnet, dass es möglich ist, eine Lieferkette von der Quelle (Lieferant) bis zur Senke (Endkunde) vollautomatisiert zu beplanen. Das unternehmensübergreifende Kombinieren von Informationen, die Verknüpfung unterschiedlicher IT-Systeme in Echtzeit über das Internet und Cloud-Lösungen, sowie die Existenz von Maschinendaten zu Fertigstellungsgrad, Qualität und aktuellen Kosten sind nur drei Elemente, die sinnvoll kombiniert, Unternehmen theoretisch dazu befähigen, mit geringem planerischen Aufwand, verfügbare Ressourcen effektiv zu nutzen.

Obwohl wir der Meinung sind, dass solch eine Vision bereits 2016 realisierbar war und es heute umso mehr ist, stellen wir fest, dass der Großteil der Unternehmen nicht die nötige Reife in Prozessen, Organisation und IT hat, um diese Vision zu realisieren.

Um die Vision eines ganzheitlichen Plans für ein Unternehmen zu realisieren, bedarf es einer kontinuierlichen Weiterentwicklung in den folgenden fünf Bereichen:

  • Konsistente Ziele: Bereichsübergreifend abgestimmte Ziele und die Fähigkeit der Aggregation bzw. Disaggregation von KPIs erlauben eine faktenbasierte Unternehmenssteuerung.
  • Synchrones Handeln: Abgestimmte Planungszyklen sowie aufeinander aufbauende Planungsschritte unterstützen das Ziel, einen konsistenten Plan zu erarbeiten.
  • Kollaboration: Kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen den einzelnen organisatorischen Einheiten innerhalb des Unternehmens schafft Vertrauen, beschleunigt den Gesamtplanungsprozess und erhöht die Planungsqualität.
  • Harmonisierung: Ein schlankes Set an Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung wird durch standardisierte Prozesse und eine integrierte IT-Landschaft getragen.
  • Finanzabstimmung: Als Teil eines ganzheitlichen Planungsprozesses sind das Vereinen von marktbezogenen und unternehmensinternen Zielen sowie eine monetäre Bewertung von Entscheidungen unerlässlich.
Kontinuierliche Weiterentwicklung zur Realisierung der Vision

Angelehnt an das Maturity Model von Gartner beschreibt die folgende Visualisierung verschiedene Wege, um innerhalb eines Unternehmens realisierbare Planungsergebnisse zu erreichen. Diese Reise hat zwei hauptsächliche Erfolgsfaktoren, die prozessuale bzw. organisatorische Integration (x-Achse) als auch die digitale Integration (y-Achse).

Unterschiedliche Wege auf dem Weg zur planerischen Exzellenz

Ein global produzierendes und verkaufendes Unternehmen aus dem Einzelhandel, fokussiert sich im taktischen Planungsumfeld darauf, das Silodenken zwischen den verschiedenen Verantwortlichkeiten zur Planung der Produktgruppen übergreifend aufzubrechen. Hauptziel ist es, einen abgestimmten Planungsprozess zu etablieren, der zunächst mit bestehenden IT-Lösungen unterstützt wird.

Ein Kunde aus dem Bereich der Lebensmittelindustrie hat sich dazu entschieden, gemeinsam mit einer prozessualen und organisatorischen Veränderung, auch ein Advanced Planning System (APS) einzuführen. Das hohe Potential für großen Synergien bringt allerdings auch einen größeren Aufwand und ein höheres Risiko mit sich.

Ein global aufgestellter Hersteller von Industriegütern hat sich für einen Mittelweg entschieden, und treibt sowohl die organisatorische als auch die IT-seitige Weiterentwicklung parallel voran.

Trotz der unterschiedlichen Vorgehensweisen, die oft einen starken Fokus auf mengenbezogene Planung legen, liegt im Laufe einer jeden Entwicklung früher oder später ein starker Fokus auf der Finanzintegration. Wie diese Integration erfolgreich bewältigt werden kann, werden wir u. a. im nächsten Artikel unserer Serie betrachten.


Ansprechpartner: Ralph Schneider-Maul
E-Mail: ralph.schneider-maul@capgemini.com


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