Design Thinking im SCM- Hype, Trend oder Revolution?

Über Design Thinking wird derzeit viel berichtet. Unternehmen wie Samsung, Citrix, SAP, Procter & Gamble oder Panasonic berichten in den Medien über große Erfolge. Gleichzeitig tauchen diese Unternehmen auch in den verschiedensten Toplisten für Supply Chain Performance auf.
Supply Chain Manager können in Transformationsprojekten auf Design Thinking zurückzugreifen. Laut unserer neuen Studie in Zusammenarbeit mit der Universität zu Köln liefert Design Thinking größtes Verbesserungspotenzial im Bereich Planning, Procurement und Operations.

Was ist Design Thinking?
Design Thinking ist ein klassischer Innovationsprozess. Im Gegensatz zu vielen Herangehensweisen in der Praxis, die auf technische Lösungen abzielen, stehen bei Design Thinking Nutzerwünsche und -bedürfnisse sowie nutzerorientiertes Erfinden im Vordergrund.

In der ersten Analysephase liegt der Hauptfokus im Verstehen des Problems. Der Schlüssel liegt darin, sich in den Anwender eines Prozesses hineinzuversetzen, das Problem aus seinem Blickwinkel zu verstehen und daraus seine individuellen Antreiber abzuleiten. Hier spielt die sehr subjektive Motivation eines jeden Prozessbeteiligten eine Rolle. Diese Perspektive ist für den Supply Chain Manager in dem Kontext neu. Oft verbergen sich hinter gescheiterten Projektinitiativen der Mangel an Effizienz und Klarheit, aber auch an Anerkennung und Respekt einzelner Teilnehmer. Diese spezifischen Treiber zu identifizieren ist der Schlüssel zur Lösungsfindung, kann jedoch bis zu zwei Drittel der Projektzeit in Anspruch nehmen.

In der zweiten Lösungsphase gilt das Prinzip „fail often but fail fast“. Es wird nach möglichst vielen Lösungsideen gesucht, Prototypen erstellt und getestet, von denen sich DIE „beste“ Lösung herauskristallisiert. Wichtig hierbei ist die Beobachtung aus mehreren und verschiedenen Blickwinkeln.


Design Thinking – ein Trend auch im Supply Chain Management

Unsere Studie untersuchte häufige Transformationsprojekte im Supply Chain Management auf die genannten Schlüsselkomponenten im Design Thinking. Hierbei wurden Best Practices der vier gängigen Supply Chain Bereiche Plan, Source, Make und Deliver untersucht.

Bietet die Implementierung dieser Best Practices grundsätzlich einen umfangreichen Gestaltungsfreiraum und spielt der Faktor Mensch eine wesentliche Rolle für den Erfolg, ist Design Thinking ein richtungsweisender Ansatz. Ein Sales & Operations Planning (S&OP) Design beispielsweise kann sehr effektiv mit Design Thinking erarbeitet werden. Im Vergleich dazu ist eine Effizienzsteigerung eines vollautomatisierten Lagers entsprechend ungeeignet. Dieser Grundsatz findet sich vermehrt im Planning und Sourcing wieder, vor allem im Supply Chain Design, SC Segmentation, Supplier Development, Supplier Information Sharing und Green Supply Chain. Das untenstehende Schaubild gibt einen Überblick über SC Best Practices und illustriert anhand der Schriftgröße die Relevanz für Design Thinking.

Leicht nachvollziehbar kann der Ansatz am Beispiel S&OP veranschaulicht werden. Obwohl seit Jahrzehnten die Vorteile von S&OP bekannt und nachgewiesen sind, scheitern nachhaltige Implementierungen häufig an der Kooperationswilligkeit aller Beteiligten. Oft wird der Fokus auf ein geeignetes Tool gesetzt, bevor das erste S&OP Meeting stattgefunden hat. Supply Chain Manager können mit Design Thinking diesen menschlichen Faktor im Kern gezielt adressieren und zur Zusammenarbeit motivieren. Innerhalb von vier Wochen wird toolunabhängig ein auf die Unternehmenskultur abgestimmter Prozess implementiert, der parallel dazu Input für Businessanforderungen für eine Toolselektion liefert. Mit einem zuvor definierten Designkatalog werden strategische S&OP Grundprinzipien festgehalten, um eine unternehmenseinheitliche Grundstruktur in allen Unternehmensbereichen sicherzustellen. Lesen Sie ab Januar den dazu erscheinenden Point of View, der detailliert auf Erfolgspotenziale mit Design Thinking im Supply Chain Management eingeht und aufzeigt, wie ihr nächstes Projekt nachhaltig im Unternehmen auch wirklich „gelebt“ wird.


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